Antrag: Stromerzeugung aus Klärgas

Antrag der Fraktion GRÜNE:

Der Rat der Stadt Halle nutzt die Chance, durch die energetische Verwertung des Klärgases jährlich 610.000 kWh regenerativen Strom zu erzeugen, welches dem Verbrauch von 175 Durchschnittshaushalten mit 3500 kWh/a entspricht.

Begründung:


Angesichts der Verstrahlung großer Gebiete im Umkreis des Atomkraftwerkes Fukushima in Japan soll in Deutschland auf allen politischen Ebenen die Erzeugung erneuerbarer Energien schneller voran getrieben werden.

Wir wollen uns in Halle daran beteiligen und nicht genutzte Ressourcen aktivieren.
Seit 1990 diskutieren wir den Bau eines Biomassekraftwerks auf der Künsebecker Kläranlage.
Längst hat Halle auf diesem Gebiet den Anschluss an andere Städte verloren. Bereits zehn dieser Biomassekraftwerke laufen zum Teil seit Beginn der 90er Jahre auf Kläranlagen  im Kreis Gütersloh und produzieren sicher sauberen  Strom, der zudem die so wichtige Grundlast stützt. Neben der Stadt Halle verfügen nur die erheblich kleineren Gemeinden Werther, Borgholzhausen und Langenberg im Kreis nicht über solche Anlagen.

Für diese Biogasanlage werden keine landwirtschaftlichen Flächen der Lebensmittelproduktion entzogen. Hier müssen nicht mit hohem Energieeinsatz Pflanzen angebaut, geerntet und transportiert werden. Auch sparen wir jährlich 327 Tonnen CO2, später sogar das Doppelte.
Halle hat sensationell niedrige Abwassergebühren. Sie lägen auch nach dem Bau einer Klärgasnutzungsanlage mit einer Investitionssumme von 3,5 Mio. € noch immer 32 % unter dem Landesdurchschnitt der Abwasserkosten für einen Musterhaushalt, den der Bund der Steuerzahler für NRW errechnet hat. Die Gutachten prognostizieren einen stetigen Rückgang der zunächst im Jahr 2014 für die Investition aufzubringenden 13 Cent pro Kubikmeter Abwasser, weil steigende Erlöse für die erzeugte Energie diesen Betrag von Jahr zu Jahr reduzieren.

Es ist zu erwarten, dass die Energiepreise schneller als in den Gutachten veranschlagt steigen werden und dadurch die städtische Investition in kürzerer Zeit als den berechneten 20 Jahren bezahlt macht. Die Nachfrage nach Strom aus regenerativen Energien wird auch in Zukunft weiter deutlich ansteigen.
Unsere Kläranlagen werden bis 2019 vollkommen abgeschrieben sein und dadurch zu einer erheblichen Gebührensenkung führen.  

Fazit:  Auch Halle nimmt seine Verantwortung  für eine sichere und ökologische Energieerzeugung wahr, folgt endlich den anderen Kommunen vergleichbarer Größe und nutzt das Klärgas zur Stromerzeugung. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“


Für die Fraktion


Helga Lange                                             Dieter Jung
Sprecherin                                              Ratsmitglied


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